Kirche in der Stadt

Nacht der offenen Kirchen - Führungen - Ausstellungen - Kirche und Theater

Die Erlöser-Kirchengemeinde insbesondere der Standort der Erlöserkirche möchte eine offene einladende Innenstadtkirche sein. Das Konzertprogramm und die Nacht der offenen Kirche ist nur ein Teilbereich dieses Stadtkirchenangebots.

Das Angebot der Stadtkirchenarbeit in den beiden Innenstadtgemeinden Apostel und Erlöser umfasst kunsthistorische Führungen, Angebote der Offenen Kirche, Ausstellungen u.v.a.m.

Mehr Informationen zur Stadtkirchenarbeit finden Sie auf der Homepage des Kirchenkreises Münster.

Interventionen - Ernst Barlach in Münster

16. September bis 18. November 2012

Der Evangelische Kirchenkreis Münster präsentiert in Zusammenarbeit mit der Ernst Barlach Museumsgesellschaft Hamburg das Gesamtwerk des Bildhauers, Grafikers und Schriftstellers Ernst Barlach in einer Auswahl von etwa 500 Exponaten.
In einer großen Ringausstellung werden diese unter dem Titel „Interventionen - Barlach in Münster 2012“ an sieben Standorten der Innenstadt Münsters gezeigt (Dominikaner-, Apostel- und Erlöserkirche, Johanneskapelle, Museum für Lackkunst,  Foyer der Städtischen Bühnen, Foyer der Bezirksregierung). Den Flyer finden Sie hier.

Die Ausstellung in der Erlöserkirche dokumentiert die berühmtesten Inszenierungen seit den 1920er Jahren bis heute und zeigt Original-Illustrationen, die Ernst Barlach seinen literarischen Figuren mit auf den Weg gab. Der Blick auf den Schriftsteller und Grafiker Ernst Barlach wird geöffnet. 

Ein umfangreiches Rahmenprogramm aus Vortragsveranstaltungen, Lesungen, Konzerten, Theaterinszenierungen und einem Schulprojekt ergänzt die Ausstellung.

Die Ausstellung setzt sich mit Themen zu gesellschaftlicher Verantwortung, dem Erkennen sozialer Missstände und existentieller Grenzen auseinander und möchte zum Hinsehen, zum Mit-Leiden, zu Barmherzigkeit inspirieren. Mittelpunkt von Barlachs Werk war stets das Abbilden der sozialen Realitäten seiner Zeit.

Das Abschluss-Konzert mit dem Projekt "Der Schwebende" findet am Volkstrauertag, dem 18. November, um 16:30 Uhr in der Erlöserkirche statt.

Ernst Barlach (1870 bis 1938) ist einer der bedeutendsten deutschen Expressionisten. 1937 wurden 381 seiner Werke als „entartete Kunst“ beschlagnahmt und zerstört.

„Der Schwebende“ wurde 1927 als Ehrenmal für die Opfer des ersten Weltkriegs geschaffen und zur 700-Jahr-Feier im Dom zu Güstrow installiert.

Eine überlebensgroße menschliche Figur schwebt waagerecht mit vor der Brust gekreuzten Armen über einem schmiedeeisernen Renaissance-Gitter. Die Skulptur ist über Kopfhöhe in einem Seitenschiff angebracht, das einfallende Licht ist gedämpft. So schaffte Ernst Barlach um den flügellosen Engel herum einen Raum der Ruhe: „Für mich hat während des Krieges die Zeit stillgestanden. Sie war in nichts anderes Irdisches einfügbar. Sie schwebte. Von diesem Gefühl wollte ich in dieser im Leeren schwebenden Schicksalsgestalt etwas wiedergeben."
Das Gesicht mit den geschlossenen Augen wirkt konzentriert und nach innen gewandt. Barlach sagt: „In den Engel ist mir das Gesicht von Käthe Kollwitz hineingekommen, ohne dass ich es mir vorgenommen hatte. Hätte ich sowas gewollt, wäre es mir wahrscheinlich missglückt".
1937 wird das „Güstrower Ehrenmal“ als „entartete Kunst“ entfernt und im Stephansstift in Schwerin aufbewahrt, bis es 1941 zu Kriegszwecken eingeschmolzen wird. Durch einen glücklichen Zufall blieb die Originalform vorerst erhalten.
Ein von Freunden Barlachs angefertigter Zweitguss von 1942 wurde in der Lüneburger Heide versteckt gehalten und befindet sich seit 1952 in der evangelischen Antoniterkirche zu Köln. Diese Skulptur diente als Vorlage für eine neue Gussform, da die Originalform im Kriegsverlauf durch Bomben zerstört wurde.

Seit 1953 schwebt ein Drittguss der Bronzefigur als Geschenk der Kölner Kirchengemeinden wieder im Güstrower Dom.

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